Schildhöfe im Passeiertal
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Schildhöfe
Unter den charakteristisch niederen Bauernhäusern im Passeiertal, welche zum Großteil aus Holz gebaut sind, fallen einige burgartige Gebäude besonders auf. Sie stehen durchwegs auf sicheren Hügeln, zerstreut durchs ganze Vorderpasseier. Einige dieser altertümlichen Bauten sind mit Efeu umrankten Türmen versehen und Sonnenuhren oder alte Fresken zieren ihre geschwärzten Mauern. Es sind dies die Schildhöfe.
Die Sonderstellung der Schildhofbauern im Tal reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert, wo sie dem Grafen Albert von Tirol (1190 - 1253) bereits als Schildknappen gedient haben sollen. Seit dem 14. Jahrhundert erhielten Passeirer Großhöfe, deren Besitzer wahrscheinlich dem Landadel gehörten, auch Adelsrechte.
Das geschah zum ersten Mal durch einen förmlichen Freiheitsbrief König Heinrichs von Böhmen und Grafen von Tirol vom 1. März 1317, im gleichen Jahre als Meran das Stadtrecht erhielt. Die 11 Schildhofbauern (Saltaus, Haupold, Granstein, Ebion, Psairer, Buchenegg, Baumkirch, Gereuth, Steinhaus, Happerg, Gomion) erhielten dabei für die Lebzeit Befreiung von jeder Art Steuern und Lasten (diese Rechte bestätigte später auch Margarete Maultasch im Jahre 1363). Dafür mussten sie sich verpflichten, dem Landesfürsten innerhalb der Grenzen des Landes Tirol zu dienen.
Zum Kriege wurden die Schildhöfe zum letzten Male im Jahre 1407 aufgeboten, wo sie Friedrich IV mit der leeren Tasche Trient einnehmen halfen. Im Frieden lieferten sie der Kammer des Grafen von Tirol Wildbret und andere Tafelgenüsse und hielten bei feierlichen Anlässen auf dem Schloss Tirol oder auf der Zenoburg die Schildwache. Für diese Dienste genossen die Schildträger mancherlei Vorrechte: Recht auf Jagd und Fischerei für die eigenen Bedürfnisse. Selbst vor Gericht und in der Kirche durften sie bewaffnet erscheinen. Sie waren frei von Gemeindeämtern und konnten auch zum Zeugendienst nicht gezwungen werden.
Von den alten Rechten sind aber nur mehr das Fischereirecht in der Passer geblieben sowie bei feierlichen Anlässen das Paraderecht mit Schild und Hellebarde.
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Passeirer Schildhöfeweg
Der neue Passeirer Schildhöfeweg ist in Zusammenarbeit mit der Gemeinde St. Martin, dem MuseumPasseier und dem Tourismusverein Passeiertal entstanden.
Der neue Rundweg führt vorbei an Schildhöfen, durch Wiesen und Wald, zu idyllischen Rastplätzen mit Panoramablick und entlang der Passer zurück nach Saltaus. Der Weg ist für alle leicht begehbar.


















